Gedenktafel für drei Oratorianer enthüllt

Am 23. Januar wurde am Pfarrhaus Liebfrauen eine Gedenktafel enthüllt. Mit ihr soll an die drei Oratorianer Werner Becker, Josef Gülden und Theo Gunkel erinnert werden, die als “Stille Helden” während der NS-Zeit verfolgten Menschen halfen und mindestens drei jüdischen Mitmenschen das Leben retteten.
Angebracht wurde die Gedenktafel vom Verein Erich-Zeigner-Haus, auf dessen Initiative sich Schüler der Thomas-Schule auf die Suche nach solchen “Stillen Helden” gemacht hatten. Zuerst waren sie auf Werner Becker gestoßen, als sie über ihn bei den heutigen Oratorianern genaueres wissen wollten, erfuhren sie auch von Pfr. Eberhard Thieme und Archivar Bernhard Dreyer auch einiges über Josef Gülden und Theo Gunkel. Becker geriet 1943 ins Visier der GeStaPo wegen “Beihlife zum Untertauchen” einer jüdischen Studentin. Gunkel wurde mit zwei Mitbrüdern von der GeStaPo verhaftet. Gemeinsam mit Gülden organisierte er nach seiner Entlassung die Befreiung dreier jüdischer Frauen aus Konzentrationslagern.
Dieses “Stille-Helden”-Projekt wird vom Verein Erich-Zeigner-Haus seit 2014 durchgeführt. Während der Treffen wurde auch über aktuelle politische Entwicklungen diskutiert und der jüdische Friedhof und die Synagoge besucht. “Wir wollen nicht nur die Opfer beleuchten, sondern auch motivierende Beispiele hervorheben”, sagte Projektleiter Henry Lewkowitz bei der Enthüllung der Gedenktafel.